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Gesprächsrunde auf der CeBIT: Der Blaue Engel für energieeffizienten Rechenzentrumsbetrieb

CeBIT-Stand mit Diskussionsrunde
Gesprächsrunde zum Blauen Engel für Rechenzentren am Stand des ITDZ Berlin auf der CeBIT 2014 (v.l.): Björn Schödwell (TU Berlin), Konrad Kandziora (ITDZ Berlin), Marina Köhn (UBA), Günther Gorecki (ITDZ Berlin) und Heidrun Moser (UBA)

Rechenzentren und Serverparks in Deutschland verbrauchen nach einer Studie des IT-Branchenverbands BITKOM jährlich so viel Strom, wie vier mittelgroße Kraftwerke erzeugen. Die wenigsten Data-Center arbeiten dabei effizient, das Einsparpotenzial ist groß. Diese Chance hat das ITDZ Berlin früh erkannt und investiert seit Jahren in die Verbesserung der Energieeffizienz seiner Infrastruktur. Mit Erfolg: Im Herbst 2013 wurde das Secure Data-Center des ITDZ Berlin vom Umweltbundesamt (UBA) mit dem Blauen Engel für energiebewussten Betrieb ausgezeichnet – als bundesweit erstes öffentlich-rechtliches Rechenzentrum.

In einer Gesprächsrunde mit dem UBA und der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) stellten der Vorstand des ITDZ Berlin, Konrad Kandziora, und Energiemanager Günther Gorecki auf der CeBIT 2014 in Hannover einige der Effizienzmaßnahmen vor, die im Rechenzentrum des ITDZ Berlin eingesetzt werden – zum Beispiel Kaltgangeinhausung, freie Kühlung und moderne Klimatechnik.

Energieeffizienz ist „ökologisch und ökonomisch sinnvoll“

„Der Blaue Engel ist ein Qualitätssiegel, mit dem auch unser langjähriges Engagement für Klima- und Umweltschutz honoriert wird“, sagte Konrad Kandziora. Bereits im Jahr 2009 unterzeichnete das ITDZ Berlin eine Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin und verpflichtete sich darin, seinen Energieverbrauch bis 2015 um mindestens 27 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 zu senken. Ein Meilenstein in diesem Prozess war der Neubau des Secure Data-Center nach strengen Effizienzkriterien.

Gleichzeitig ist das Rechenzentrum auf wachsende Anforderungen an die IT-Infrastruktur ausgelegt – aktuell werden erst zehn bis 15 Prozent der Kapazitäten genutzt. Eine besondere Herausforderung im Rahmen der Zertifizierung bestand deshalb darin, auch bei anfangs geringer Auslastung einen hohen Effizienzgrad zu erreichen. „Mit wachsender Auslastung wird unser Rechenzentrum immer effizienter“, so Günther Gorecki.

„Durch unsere Investitionen zeigen wir, dass wir nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll handeln“, sagte Konrad Kandziora. Denn bei steigenden Strompreisen sei Energieeffizienz auch eine Frage von Wirtschaftlichkeit. Marina Köhn von der Green-IT Beratungsstelle des UBA hob außerdem hervor, dass es der Blaue Engel der Verwaltung leichter mache, sich bei der Beschaffung von energieeffizienten Leistungen an dieser Auszeichnung zu orientieren.

Anspruchsvolle Vergabekriterien beim Blauen Engel

Wie anspruchsvoll die Vergabekriterien für den Blauen Engel sind, erläuterte Björn Schödwell von der TU Berlin. Bewerber werden beispielsweise verpflichtet, ein dauerhaftes Energiemonitoring einzuführen und ihren Stromverbrauch detailliert zu erfassen. Ob die Kriterien für das Umweltsiegel erfüllt sind, prüft zunächst die TU Berlin in einem unabhängigen Gutachten, anschließend die Vergabestelle für den Blauen Engel, die RAL GmbH.